Was keiner wagt, das sollt Ihr wagen,
was keiner sagt, das sagt heraus,
was keiner denkt, das wagt zu denken,
was keiner ausführt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt Ihr´s sagen,
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken,
wo alle spotten, spottet nicht,
wo alle geizen, wagt zu schenken,
wo alles dunkel ist, macht Licht!

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Optimismus, Ideenreichtum und Tatkraft. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: Lust auf die Zukunft. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen viel Glück im neuen Jahr.

 

Gedicht

Gedicht von Lothar Zenetti (1926 - 2019); deutscher römisch-katholischer Theologe, Priester und Schriftsteller.

Die drei Strophen sind in vier vorwiegend aus Jamben bestehende Verse eingeteilt. Dabei wechseln sich stumpfe und klingende Reime ab.

Das Reimschema besteht aus je einem Kreuzreim. In der ersten Strophe reimen sich zusätzlich die jeweils zweiten Hebungen.

Musik

Es ist ein Viervierteltakt mit einem ruhigen Rhythmus, der durch einige Punktierungen aufgelockert wird. Der letzte Ton wird durch eine Synkope vorgezogen.

Das Lied steht in G-Dur, wobei neben den anderen beiden Dur-Akkorden auch der parallele Moll-Akkord und die Doppeldominante verwendet werden, teils mit der Septime ergänzt.

Der Text wird fälschlich häufig dem Heiligen Franz von Assisi zugeschrieben, die erste Strophe auch Johann Wolfgang von Goethe, allerdings immer, ohne eine Quelle zu nennen.

Das Lied ist unter anderem von folgenden Künstlern veröffentlicht worden: Konstantin Wecker, Zugaben (2008); Reinhard Mey (2010); Hannes Wader (2010).