Eine Regel ist eine, für einen bestimmten Bereich, verbindlich geltende Richtlinie. Eine Sammlung von Regeln wird als Regelwerk oder Reglement bezeichnet. Das Wort Regel taucht als lateinisches Lehnwort regula, regile („Maßstab, Richtschnur“) um das 9. Jahrhundert im Althochdeutschen auf und formte sich im Mittelhochdeutschen zu regel, regele.

Beispiele dafür sind Verkehrsregeln, Benimm- oder Spielregeln und Maximen. Ablauf- und Kommunikationsregeln in der Politik und Datenübertragung werden im Allgemeinen als Protokoll bezeichnet. In der Nebenbedeutung Konvention, Standard, bezeichnet Regel eine Übereinkunft, an die man sich nach allgemeiner Auffassung halten soll.

  • Nur das sollte durch Regelungen gesteuert werden, was sich auch kontrollieren lässt (oder in den Worten von Peter Drucker: "If you can't measure it, you can't manage it"). Der Aufwand zur Kontrolle der Umsetzung einer Regelung muss aus Sicht aller Beteiligten (vor allem der Kontrolleure und Betroffenen) in einem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen stehen.
  • Je komplizierter und unverständlicher Regeln sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie unterlaufen werden (die deutsche Steuergesetzgebung lässt an dieser Stelle freundlich grüßen).
  • Regeln haben unerwünschte Nebeneffekte. Immer. Auch wenn sie gut gemeint sind. Denn Regeln haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie die Geregelten in Gewinner und Verlierer teilen. Und da (viele) Menschen im Grunde ihres Herzen bequeme, egozentrische, ignorante, missgünstige Wesen sind, die ihrem Nachbarn nicht die Butter aufs Brot gönnen, führt das zu Friktionen und sozialen Spannungen.
  • „Gut gemeint“ ist der kleine Bruder von „schlecht gemacht“. Oder: "Gut gemeint wird oft beweint", um es volkstümlich auszudrücken. Beispiel: "Lass Dir aus dem Wasser helfen", sagte der freundliche Affe und setzte den Fisch behutsam auf einen Ast seines Lieblingsbaumes - wo er erstickte.
  • Positive Motivation erzielt grundsätzlich eine größere und nachhaltigere Wirkung als negative Gängelung. Wenn man anstelle von Zwangsmaßnahmen, die im Zweifel mit bürokratischen Kontrollen, Bußgeldern und Sanktionen durchgesetzt werden müssen, den potentiell „Uneinsichtigen“ eine Gratifikation gewährt, können viel mehr Menschen zur Verhaltensänderung bewegt werden, als durch bürokratische Zwänge. Diese Logik lässt sich auch auf Klima- und Umweltschutz, gesunde Ernährung, Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Drogen sowie andere gesellschaftliche Herausforderungen anwenden.
  • Selbstmord aus Angst vor dem Tod ist keine sinnvolle Strategie. Es gibt viele Lebensbereiche, in denen wir abwägen müssen, zwischen Freiheit und Schäden für Menschen oder Umwelt und Klima. Wenn ich die Zahl der Straßenverkehrstoten auf 0 reduzieren will, muss ich den Straßenverkehr einstellen. Zwischen Tempo 0 und Tempo 300 kann der Gesetzgeber quasi mit dem Schieberegler justieren, wie viele Verkehrstote (und Verletzte) er bereit ist, zu akzeptieren. Oder er appelliert an die Eigenverantwortung und fördert diese durch positive Maßnahmen (siehe oben), während er individuelles, bewusstes Fehlverhalten so drakonisch sanktioniert, dass die Unbelehrbaren sukzessive im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen werden.

Zitat von Kapitän Barbossa: „Erstens: Eure Rückkehr an Land war weder Teil unserer Verhandlung, noch unserer Vereinbarung, also muss ich gar nichts tun. Zweitens: Ihr müsst Pirat sein, um Euch auf den Kodex berufen zu können und das seid Ihr nicht. Und drittens handelt es sich bei dem Kodex eher um eine Art „Leitfaden“ als eine echte Vorschrift. Willkommen an Bord der Black Pearl, Miss Turner!„

Leitlinie

Eine Leitlinie ist eine Aussage, mit der eine Handlungsweise festgelegt wird. Eine Leitlinie zielt darauf ab, bestimmte Prozesse nach einer festgelegten Routine oder bewährten Praxis zu rationalisieren. Leitlinien können von jeder Organisation (staatlich oder privat) herausgegeben und verwendet werden, um die Handlungen ihrer Mitarbeiter oder Abteilungen vorhersehbarer und vermutlich von höherer Qualität zu machen. Ein Leitfaden ähnelt einer Regel, ist aber rechtlich weniger verbindlich, da begründete Abweichungen möglich sind.

Richtlinie

Ein Leitfaden oder Richtlinie ist eine Handlungsvorschrift mit bindendem Charakter. Als Richtlinie wird in den deutschsprachigen Staaten eine Handlungs- oder Ausführungsvorschrift einer Institution oder Instanz bezeichnet, die jedoch kein förmliches Gesetz ist (zu den Besonderheiten der Richtlinien der Europäischen Union siehe EU-Richtlinie). Ob und für wen eine Richtlinie eine Bindungswirkung entfaltet, ist abhängig von der Befugnis und Anerkennung des Herausgebers der Richtlinie sowie von der Art und dem Umfang der für die jeweils betroffenen Adressaten geltenden Verbindlichkeit. Die Regelungswirkung einer Richtlinie kann somit nur im Einzelfall beurteilt werden.